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Aus dem Mitteilungsblatt


Kategorie: Allgemeines/Sonstiges | Mitteilung vom Di. 14.05.19 , gültig bis Mi. 22.05.19

Erbschaft und Vermögensübergabe von der Praxis für die Praxis

Ein Leben ohne Steuern und Abgaben gibt es nicht. Selbst beim Tod oder bei der Übergabe des im Laufe des Lebens angesammelten Vermögens hält der Staat seine Hand auf, die Erbschaftssteuer wird fällig. Das kann für die Nachfolger manchmal eine böse Überraschung sein.

Um dem vorzubeugen lud die Pfinztaler Seniorenakademie zu einem Themennachmittag ein, der viele Interessierte anlockte. Sie hatte dafür eine erfahrene Fachfrau gewonnen, Martina Zimmermann-Brase. Die Finanzwirtin betreibt seit 1991 eine eigene Steuerberatung in Berghausen und Neureut. Mit ihrer Geschäftspartnerin Yvonne Frank gab sie einen Überblick über die gesamte Rechtslage und wertvolle praktische Hinweise, auch in der anschließenden sehr lebhaften Diskussion.

Festgestellt wurde, dass der Staat bei der Erbfolge große Steuerfreibeträge gewährt. Für den Ehegatten und die Kinder sind es 500 000 € bzw. 400 000 €, allerdings dann abnehmend in gerader Linie der Erben und sonstige Erwerber bis 20 000 Euro. Dazu gelten unterschiedliche Steuersätze von 30 bis 50 Prozent des zu versteuernden Nachlasses. Besondere Versorgungsfreibeträge können dazukommen. So ist das vom Ehegatten oder Kindern weiterhin bewohnte Haus für zehn Jahre steuerfrei. Diese Steuerfreiheit fällt bei weniger als zehn Jahren Selbstnutzung weg. Ausnahme: der Selbstnutzer geht ins Pflegeheim. Steuerfreiheit gilt auch für den normalen Hausrat oder bewegliche Gegenstände wie das Auto mit geringem Wertansatz.

Welche Möglichkeiten gibt es nun, dem Zugriff des Finanzamtes zuvorzukommen? Dabei ist vor allem an den vorweggenommenen Erbgang durch Schenkung zu denken. Eine größere Schenkung ist allerdings anzeigepflichtig beim Finanzamt. Man kann das Vermögen auch auf mehrere Personen verteilen oder eine Immobilienübertragung mit Nießbrauch bzw. Wohnrecht vornehmen. Eine Besonderheit ist die Gründung einer Familiengesellschaft.

Die Pfinztaler Steuerberaterinnen zeigten den Zuhörern eine ganze Anzahl von Möglichkeiten auf, wie der Erbschaftssteuerveranlagung vorgebeugt werden kann, wobei eine fachliche Beratung in manchen Fällen als sinnvoll angesehen wurde. So ist das „Berliner Testament“, nach dem sich Eheleute gegenseitig zu Alleinerben bestimmen, im vorgerückten Alter zu hinterfragen, weil bei vorzeitigen Todesfällen von Kindern eine ganz neue Familiensituation in der Nachkommenschaft eintritt. „Die Erbschaftssteuer ist von allen Steuern am leichtesten vermeidbar“, so das Resümee der interessanten Informationsveranstaltung der Pfinztaler Seniorenakademie.

Text: Christian Mittelstraß





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