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Aus dem Mitteilungsblatt


Kategorie: Allgemeines/Sonstiges | Mitteilung vom Do. 10.10.19 , gültig bis Mi. 16.10.19

Professor Brettschneider referierte über Kommunikation bei der Seniorenakademie

Ein Thema, dem jeder in vielen Bereichen begegnet, stand beim begonnenen Vortragszyklus auf dem Programm: Kommunikation und deren Verständlichkeit oder, wie es der Referent Frank Brettschneider formulierte: „Klartext statt Kauderwelsch – Wie verständlich kommunizieren Politik und Wirtschaft?“ Und da die Thematik nicht nur vom wissenschaftlich-theoretischen Hintergrund her erläutert, sondern auch mit zahlreichen Beispielen aus der Praxis belegt und bereichert wurde, entstand ein Wissenszuwachs und Mehrwert. Frank Brettschneider, promovierter Professor an der Universität Hohenheim, ist Inhaber des Lehrstuhls für Kommunikationswissenschaft und hat als Forschungsschwerpunkt die Verständlichkeitsforschung. In einem lebendigen Vortrag fesselte er die Zuhörer. Bei der Frage „Was ist Verständlichkeit?“ gab er keine Definition, sondern erklärte den Sachverhalt anhand mehrerer Beispiele, die für Unverständlichkeit standen, so ein vor Anglizismen strotzendes Beispiel aus der Wirtschaft, einer Post-Dienstanweisung oder dem Bildungsplan für Hauptschulen. Bei direkter Kommunikation mittels Briefen, Bescheiden, Broschüren oder Interneteinträgen mit der Bevölkerung komme es entscheidend auf die Zielgruppe an. Hier spielen Bildung, Vorwissen, Alter oder Interessen eine entscheidende Rolle. Indirekte Kommunikation geschehe durch Massenmedien, deren Journalisten eine Selektion bei den täglich eingehenden bis zu 3 000 Meldungen und eine Interpretation vornehmen müssen. Die daraus entwickelten Botschaften übersteigen oft die Aufnahmekapazität der Empfänger. Warum ist ein Text unverständlich? Dahinter könne die Absicht stehen, es solle nicht jeder verstehen, die Verfasser geben sich keine Mühe oder der Stoff lässt sich nicht einfach beschreiben. Beispiele verdeutlichten dies. Bei Verständlichkeit ergeben sich zum Beispiel in der Werbewirtschaft Vorteile gegenüber Mitbewerbern, in der Wirtschaft und Verwaltung auch Kosteneinsparungen durch wegfallende Nachfragen. Um Verständlichkeit zu messen, habe seine Uni den „Hohenheimer Verständlichkeits-Index“ entwickelt. Problembereiche seien Fachtermini (gut, ein Beispiel geben), Expertensprache (in Laiensprache übersetzen), Häufung von langen, zusammengesetzten Wörtern (Trennungsstriche sind Verständnishilfen), Wortabkürzungen, Passivsätze, abstrakte Formulierungen, Anteil von Sätzen mit mehr als zwei Informationseinheiten oder „Schachtelsätze“ (empfohlen: übersichtliche Sätze, nicht länger als 12 Wörter). Vermieden werden sollten auch typische Floskeln („Für Rückfragen stehe ich Ihnen jederzeit zur Verfügung“). In einer sehr regen Diskussion wurden Bereiche wie die Sorge um das Bildungsniveau, die Digitalisierung oder der Verlust der Seriosität in der Werbung angesprochen.

 

Text: Karl-Heinz Wenz





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